Vor ziemlich genau 800 Jahren hatte der Kölner Erzbischof Engelbert von Berg eine ausgesprochen nachhaltige Idee: „Lasst uns doch in Attendorn mal eben eine Burg bauen.“ Gesagt, getan – die Burg Schnellenberg entstand. Und allein ihre eindrucksvolle Präsenz verhalf auch der benachbarten Stadt Attendorn dazu, später Teil der Hanse zu werden.
Die Schnellenburg war dabei entscheidend, denn sie sorgte für Sicherheit, politische Rückendeckung und stabile Handelsbedingungen – drei Dinge, die Kaufleute mindestens genauso liebten wie gut gefüllte Geldbeutel.
Beim Stöbern nach originellen Geschichten rund um die Burg bin ich übrigens zu der festen Überzeugung gelangt, dass ein Vorfahre von mir hier als Burgvogt ansässig gewesen sein muss. Warum? Man erzählt sich, dass ein Burgvogt im 14. Jahrhundert so sehr für die Küche der Burg schwärmte, dass er einen heraneilenden Boten mit dringenden Kriegsnachrichten erst nach dem Abendessen empfangen wollte.
Der Bote soll völlig außer Atem gerufen haben:
„Herr Vogt, Feinde im Anmarsch!“
Die gelassene Antwort:
„Dann sollen sie warten. Der Braten tut’s auch.“
Das Ergebnis: Die „Feinde“ entpuppten sich als harmlose Händler aus Attendorn – der Vogt jedoch ging als Legende in die Geschichte ein: als vermutlich einziger Ritter, der mit Soße statt Schwert kämpfte.
Soße statt Schwert – ehrlich gesagt wäre das auch mein Mittel der Wahl. Der Mann ist mir auf Anhieb sympathisch.
Übrigens, für Fußballfans: Im Jahr 2006 verbrachte der brasilianische Ausnahmefußballer Pelé zwei Tage auf der Burg und spielte sogar Fußball mit einem kleinen Jungen im Burghof – ein Ereignis, das hier bis heute gerne wachgehalten wird.
Wir jedenfalls verbringen das Wochenende standesgemäß in einem Burgzimmer: hohe Wände, Stuckdecken und Möbel aus Eiche, „besonders rustikal“.
Die Kulisse stimmt also – jetzt bleibt nur noch die spannende Frage: Wie fühlt es sich eigentlich an, Burgherr auf Zeit zu sein?


