Es gibt Fake News, Fake-Accounts, Fake-Shops und noch vieles mehr. Manchmal frage ich mich: Was kann man eigentlich noch glauben? Ja, ich gebe es zu: Auch ich nutze beim Bearbeiten meiner Bilder KI. Zum einen rettet sie das perfekt komponierte Motiv, in das ausgerechnet im entscheidenden Moment ein ahnungsloser Tourist hineingeirrt ist. Zum anderen hilft sie, kleine Schönheitsfehler auszubügeln, wenn die Gelegenheit für ein neues Foto längst vorbei ist.
Hier ein aktuelles Beispiel: Ich bitte meine Gemahlin, die Perspektive so zu wählen, dass es aussieht, als würde ich das Nashorn tragen. Gesagt, getan – es wird geknipst. Blöderweise schaue ich das Ergebnis nicht direkt an, wir mussten den Zug bekommen und hatten es etwas eilig. Erst am Computer kommt die Ernüchterung: Fast perfekt … aber eben nur fast. Und jetzt? Ich erkläre der KI einfach, was eigentlich beabsichtigt war – und siehe da: Sie hilft aus. Da frage ich mich schon: Wo hört Fotokunst auf und wo beginnt der Fake?


Übrigens: Wenn man genau hinschaut – und der Mensch am Computer nicht hundertprozentig aufgepasst hat – kann man oft erkennen, wo nachgeholfen wurde. Im nächsten Bild eines Platzes in Brescia hat sich so ein kleiner Fehler eingeschlichen. Wer entdeckt ihn? Der oder die Erste bekommt ein Souvenir frei Haus!
